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Die heilsame Kraft von Pausen plus Aroniabeerenmarmelade.

Aroniamarmelade mit Nektarine - einheimische Superfruits zum Frühstück

Ich hab in mir drin ne Ideenfabrik. Die ackert eigentlich immer. Das ist toll, da fallen mir ständig neue Dinge ein. Für mich, für den Blog, für meine Kunden. Für meine Familie. Das einzurichtende Haus. Für Freunde und Kollegen.

Und das ist anstrengend, weil es mich es leer und wuselig macht. Nämlich immer dann, wenn ich über lange Zeit vergessen habe, eine Pause zu machen.

So ziemlich keine besten Freunde

Die Pause und ich – wir sind so ziemlich keine besten Freunde. Ich hab darüber nachgedacht, warum das so ist. Vielleicht, weil ich so einen Spaß am Machen habe, dass ich den schmalen Grat zwischen „angenehm aktiv“ und „ausgepowert und trotzdem aktiv“ übersehe. Vielleicht, weil ich es nie gelernt habe auf mich zu hören und Pausen dann zu machen, wenn ich sie brauche. Vielleicht, weil ich nur dann Anerkennung bekam, wenn ich was geleistet hatte und nicht, wenn ich einfach nur da war. So funktioniert das leider häufig in unserer Gesellschaft, wenn ich ehrlich bin. (Memo an mich: Denk mal dran, wenn es um Deine eigenen Kinder geht!)

Dieser extreme Leistungsbezug zusammen mit einem unguten Cocktail an anderen Rahmenbedingungen hat schon zwei Mal dazu geführt, dass ich zusammengeklappt bin. Das erste Mal um meinen 30. Geburtstag, da war ich noch fest angestellt in einem Medienunternehmen und hab gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Der Begriff Burn out kam da gerade erst auf und war noch nicht so populär und gebräuchlich wie heute. Damals wusste ich nur, jetzt geht nichts mehr, ich will da weg. Und ich brauch Hilfe. Es folgte ein schmerzhafter Lernprozess hin zu mir selbst. Er hat Jahre gedauert.

Anhalten müssen

Was nicht heißt, dass ich es irgendwann einen Punkt gab, an dem ich es kapiert hatte. Also so komplett. Zehn Jahre später war es wieder so weit. Da hatte ich ein eigenes kleines Unternehmen, ne Familie, ein frisch geborenes zweites Kind und ne Menge Probleme mit der Firma. Ich hab an alles gedacht, bloß nicht daran, ne Pause zu machen. Tja… Irgendwann haben mich meine Gesundheit und mein Mann genötigt, auszusteigen. Er wolle so nicht mehr leben, hat er gesagt. Ich hab verstanden, dass da viel mehr als nur meine Firma auf der Kippe stand und hab angehalten. Anhalten müssen.

Viele Monate hat es gedauert, bis ich mich davon erholt und die Lust am Arbeiten wieder entdeckt habe. Die ist für mich existentiell. Ich bin gerne Mutter, gerne Ehefrau – vor allem aber gerne ich selbst. Und da gehört meine Arbeit dazu. Durch den Blog und die Möglichkeiten, die sich für mich mit dem Bloggen ergeben haben, bin ich wieder auf die Beine gekommen. Und die Ideenfabrik hat wieder losgelegt… Voller Begeisterung bin ich in dieses 2017 gestartet, habe geackert, probiert, verworfen, neu gemacht. Veranstaltungen organisiert, Projekte angeschoben, neue Menschen kennengelernt. Das mit dem Pause machen, öhm, das hab ich mal wieder… vergessen.

Du brauchst ne Pause!

Und irgendwann, als das ganz normale Leben Gas gegeben hat und mir ein paar Herausforderungen geschickt hat, da war es mal wieder genug. Schön, dass ich dieses Mal eine Art Schutzengel hatte, meinen Blogcoach. Kann ich Euch übrigens nur empfehlen, Euch jemanden zu organisieren, der Euch als Sparringspartner begleitet. Das muss ja nicht immer jemand für Geld sein. Es geht sicher auch mit einer guten Freundin/Freund oder jemand aus der Familie, zu dem Ihr Vertrauen habt und der Euch die Wahrheit sagt und dem Ihr auch zuhört. Mit Mary-Ellen war ich eines Montags zum Brainstorming-Telefonat verabredet. Doch dann hat sie nur gesagt als ich ein bisschen erzählt hatte: „Mensch Anja, Du brauchst ne Pause.“

Das war der befreiendste Satz, den ich seit langem gehört hatte. Hat sich toll angefühlt. Und so hab ich eine Pause gemacht. Das Verrückte: Die Welt, die ist nicht eingestürzt. Meine Leserinnen, also Ihr, Ihr wart nicht plötzlich weg, wie die Zugriffszahlen gezeigt haben. Die Kommentare auf Instagram und Facebook waren verständnisvoll. Und als es raus war, hab ich es so genossen, nichts zu posten, meine Social-Media-Zeit zu reduzieren. Die Offlinezeit hat mir sehr gut getan. Ich hab mich auf Berufliches und vor allem auch auf Privates konzentriert. Ich war sogar auf einer Blogger-Konferenz und hab nix darüber geschrieben, sondern hab mich darauf konzentriert, Eindrücke und Inspirationen mitzunehmen.

Indem ich die Eindrücke von außen reduziert habe, konnte ich wieder Platz schaffen für eigene Kreativität. Anfang September habe ich dann wieder begonnen zu bloggen, mit diesem Post über eine Designerin, die ich schätze. Es war ein bisschen ungewohnt und doch wie nach-Hause-kommen.

Die Biochemie in unserem Kopf

Gestern Abend war meine beste Freundin hier in Leipzig, sie ist gerade auf einem Neurologenkongress. Ich hab die Gegebenheit genutzt, die Expertin zu fragen, warum Pausen so wichtig sind. Und sie hat mir erklärt, dass in unserem Kopf eigentlich alles Biochemie ist. Unsere Gefühle – Glück, Freude, Angst, Furcht – lassen sich bis in einzelne Moleküle zerteilen. Klingt für Nicht-Naturwissenschaftler wie mich bisschen funky, ich weiß. Jedenfalls funktioniert das ganze System nur dann, wenn es Zeit hat auszuruhen und sich zu regenerieren. Deshalb ist gesunder Schlaf so wichtig. Da macht das Gehirn einerseits Pause, weil es sich ja um unseren Körper nich so intensiv kümmern muss, andererseits arbeitet es auf Hochtouren und ordnet, sortiert und füllt Speicher auf.

Und wenn wir dieses System dauerhaft überlasten, dann fahren wir auf Verschleiß. Werden krank. Können nicht mehr schlafen. Nicht mehr kreativ sein. Das zeigt sich bei Jedem anderes.

Einen Schritt zurück, um zwei nach vorn zu machen

Mir ist klar geworden, dass ich regelmäßige Pausen und online- bzw. Social-Media-freie Zeiten brauche. Wie das genau geht, probiere ich gerade aus. Falls Ihr Tipps habt: Immer her damit. Außerdem habe ich mich entschlossen, das Redaktionsteam zu verkleinern, um den Aufwand für mich zu reduzieren. Glücklicherweise sind Conni und Katrin ja nicht weg. Conni’s ehrliche, ironische und lustige Posts sowie Katrins schöne Interior-Bilder findet Ihr weiterhin auf ihren Instagram-Profilen. Peg behält ihre monatliche ü40-Partykolumne auf dem Blog.

Ich hab vor, dass Ihr ein bis zwei Mal pro Woche von mir lest. Das ist genau halb so viel wie bisher. Und es wird genug sein. Für mich. Mein Wahlspruch: Einen Schritt zurück, um dadurch zwei nach vorn zu machen. 🙂

Von der Pause zur Aroniabeerenmarmelade…

Und wisst Ihr, was mir meine Pause auch zurück gebracht hat: Die unbändige Lust zu kochen, zu backen und zu experimentieren. Ein Produkt: diese krass leckere Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen. Und das Rezept gibts nun auch noch. Denn das is das Wunderbare: Ich kann hier mal übers Große-Ganze fabulieren. Und dann zack! ist dennoch Platz für ein paar Streberwissen-Fakten zur Aroniabeere und das Rezept, so muss das hier!!

Die Aroniabeere, auch Apfelbeere, gilt als einheimische Superfrucht, weil sie ne Menge Vitamine – Riboflavin (B2), Folsäure (B9), Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K und Provitamin A) – und Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Jod, Zink und Eisen) enthält. Sachsen gehört zu den Anbauzentren in Deutschland.

Weil ich hier gelesen hatte, dass „die Aroniabeere helfen kann, das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien wieder herzustellen und somit kurz- und langfristig die Leistungsfähigkeit zu steigern“, dachte ich mir: Geilo – wie wäre das denn mal gleich zum Frühstück?! Ne Marmelade als Kraftspender?! Und hab einfach die Aroniabeeren zusammen mit Nektarinen zu einer leckeren Marmelade verarbeitet.

Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen: einheimische Superfruit im Glas I www.schoenesleben.net

Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen: einheimische Superfruit im Glas I www.schoenesleben.net

Ihr braucht für die Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen

  • 300 gr frische Aroniabeeren
  • 700 gr Nektarinen (oder anderes Obst)
  • 300 gr Zucker (ich mag es nicht so süß)
  • Saft und abgeriebene Schale von einer Biozitrone
  • 2 gestrichene Teelöffel Agar Agar (pflanzliches Geliermittel)

Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen: einheimische Superfruit im Glas I www.schoenesleben.net

Und so geht die Aroniamarmelade mit Nekatrinen

Die Aroniabeeren gründlich waschen, verlesen und von den Stielen zupfen. Die anderen Früchte ebenfalls waschen und kleinschneiden. Mit dem Zucker vermengen und ein bis zwei Stunden saften lassen. Danach mit dem Stabsmixer pürieren (Achtung, die Beeren färben wie Hulle!), den Zitronensaft und die abgeriebene Schale sowie das Geliermittel dazugeben und unter ständigem Rühren erwärmen. Drei Minuten kochen lassen und danach in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen. Verschließen, auf den Kopf drehen, nach einiger Zeit wieder umdrehen und erkalten lassen.

Geschmacklich finde ich die Aroniabeere sehr frisch, ein bisschen erinnert sie mich an Heidelbeeren, ein bisschen an Apfel. Apfelbeere eben.

Und nun wünsch‘ ich Euch einen prima Donnerstag und freu mich wie immer über Eure Kommentare.

LG Anja

Wer das Rezept pinnen möchte, nimmt vielleicht die Collage hier:

Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen: einheimische Superfruit im Glas I www.schoenesleben.net

Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen: einheimische Superfruit im Glas I www.schoenesleben.net

Aroniabeerenmarmelade mit Nektarinen: einheimische Superfruit im Glas I www.schoenesleben.net

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