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„New in“ in Leipzig: Das Kunstkraftwerk in Plagwitz

Ich bin ja im Grunde eine totale Mainstream-Maus. Was die Musik angeht, die Klamotten, Bücher … Es darf auch gern eine allabendliche Fernsehserie sein; hatte ich hier ja auch schon mal verraten ;-). Und trotzdem (oder gerade deshalb?) muss es ab und an auch mal was „ganz anderes“ sein; manchmal tut es so gut, dem ganzen Einheitsbrei zu entfliehen.

Wenn man den ganzen Tag nur Süßes isst, muss es ja irgendwann auch mal eine Salzstange sein, nicht wahr? Meine „Salzstangen“ sind die vielen coolen Locations in meiner Heimatstadt. Nein, Leipzig ist nicht nur Thomaskirche, Mädlerpassage und Völkerschlachtdenkmal. Leipzig hat mehr als nur Traditionen.

Es ist eine Stadt mit ganz vielen aufregenden Ecken, die erkundet werden wollen. Und mit vielen spannenden Neuanfängen. Einen dieser Neuanfänge habe ich diese Woche genauer kennengelernt: Das Kunstkraftwerk nahe der Lützner Straße ganz im Westen der Stadt.

Früher war das mal ein Heizkraftwerk. Und zwar genau bis 1992. Da wurde malocht, es roch mit Sicherheit nicht gut, war laut und die Arbeiter dort waren noch richtige Männer.

Trotz Umbau und Sanierung: Genau diese schwitzig-stinkige Arbeitsatmosphäre liegt heute immer noch in der Luft und macht das Besondere des Gebäudes aus. Dank unverputzter Mauern, originaler Metall-Treppen, riesiger Kesselanlagen und – ja – auch so manchem Gruß aus DDR-Zeiten am Mauerwerk. Zwischen all dem gibt es nun ab sofort Kunst und Kultur.

Aus dem Heizkraftwerk ist ein Kunstkraftwerk geworden.

Gut, ganz neu ist es genau genommen nicht. Es war hier auch schon die letzten Jahre schon einiges los. Zu den DesignersOpen waren Anja und ich ja auch schon mal hier. Jetzt aber ist es offiziell und die Pläne der Initiatoren sind groß.

Der Medizin-Professor Markus Löffler und Architekt Ulrich Maldinger wagen das Experiment. Die beiden Leipziger nehmen Erfolg und Misserfolg auf die eigene Kappe. Ohne Fördermittel. Aus Prinzip. Sie wollen es einfach, dieses bürgerschaftliche Engagement aus freien Stücken.

Mit der ersten Kunst-Ausstellung haben sie mich als Mainstream-Tante überzeugt. Ich hatte meine „Salzstange“ der Woche, als ich mir „Illussion. Nothing is as it seems.“ angeschaut habe. Eine Mischung aus Mitmach-Ausstellung, Kunst und Wissenschafts“show“. Was zum Ausprobieren und Staunen. Mir sind Insekten über die Hand gekrabbelt – oder doch nicht? Ich habe über eine Pfütze gestaunt, die von selbst in einen Kanister geflossen ist und mir eingebildet, Vogelstimmen zu hören, die keine waren. Oder waren es welche??

www.Schönesleben.net, ein Lifestyleblog aus Leipzig. Für Frauen ab 40.

Verblüffend: Wie kommen die Gegenstände in die Behälter? Raus kommen sie jedenfalls nicht. Hm …

Unterhaltsam, verblüffend. Wer sich fragt, wie es funktioniert, bekommt Antworten. Wird aber hinterher noch viel mehr Fragen haben. Denn auch die Experten im Kunstkraftwerk wissen nicht wirklich, wie die einzelnen Exponate funktionieren. Das ist ein bisschen so wie das Ende eines spannenden Filmes – das man irgendwie nicht versteht. Aber man kann ja zumindest versuchen, sich selbst einen Reim drauf zu machen.

Ein Muss für die ganze Familie. Und auf keinen Fall nur was für Kunstkenner und intellektuelle Denker. Liegt fast auf der Hand, wenn man weiß, dass  „Illussion. Nothing is as it seems.“ von einem Magier (Richard Wiseman) und einem Illusionskünstler (Paul Gleeson) erdacht wurde. Hier könnt Ihr Euch sich „auf charmante und kluge Art hinters Licht führen lassen“ verspricht uns Kuratorin Lavinia Freitas bei der Pressevorführung letzten Mittwoch.

Mit“Illussion. Nothing is as it seems.“ feiert das Kunstkraftwerk amWochenende auch offiziell den Start als neue Kunst-Location in Leipzig.

Und wer mag, kann hier auch Räumlichkeiten für Feiern mieten. Keine schlechte Idee – wenn ich mal reich und berühmt bin, wird hier ´ne große Bloggerparty gefeiert, okay?

Bis dahin viele Grüße von Conni

PS: „Illussion. Nothing is as it seems.“ läuft vom 18. Juni bis 27. November. Ihr habt also ausreichend Zeit, Euren Leipzig-Besuch zu planen und hier mal vorbei zu schauen.

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