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Kostprobe Leipzig: Bloggertour, Lieblingsrestaurants und Bärlauchsuppe

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(Reklame*) Kürzlich durfte ich völlig ungeplant an einer Foodbloggertour durch mein Leipzig teilnehmen. Eine der auswärtigen Bloggerinnen war krank geworden und so bin ich in den Genuss gekommen, Leipzig mit „fremden“ Augen zu sehen und ganz viel zu probieren. Achtung: Dieser Post hat es in sich. Ich erzähle Euch von unserer Tour, verrate Euch meine Leipziger Lieblingsrestaurants uuuund habe auch noch ein Rezept für Bärlauchsuppe dabei. Ihr solltet Euch also zweieinhalb Augenblicke Zeit nehmen ;-).

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Blick von der Dachterasse des Innside über Leipzig.

Kostprobe Leipzig: Die Bloggertour

Samstagvormittag im Innside by Mélia. Auf Einladung von „So geht sächsisch“ treffe ich Kerstin von My cooking love affair, Astrid von Arthurs Tochter kocht, Arne von Vegetariern Diaries, Niamh von Eat like a girl und Liv von Thank you for eating. Eine kleine, feine und sehr lustige Runde, wie sich im Laufe des Tages rausstellen wird. Denn außer Liv, die ja auch aus Leipzig ist,  kenne ich niemand. Das macht allerdings gar nüscht, wir kommen super schnell ins Gespräch – übers Kochen, Essen, regionale Zutaten und natürlich Leipzig. Bloggen verbindet eben! Obwohl es nicht wirklich frühlingswarm war, steigen wir tapfer auf die Räder und folgen Franzi, unserer netten Stadtführerin. Unser Tag im Telegrammstil: Stadt-Radel-Führung, Streetfoodfestival, Besuch im Ratskeller, Eisessen im Bioeisladen Tonis und Abendessen mit Cocktailverkostung im Innside.

Was ich gelernt hab:

  • Die eigene Stadt mit fremden Augen zu betrachten und Dinge wie einen Stadtrundgang zu machen, fetzt. Dass das alte Rathaus im goldenen Schnitt gebaut ist, war mir zuvor noch nie aufgefallen.
  • Das Kaffeehaus Zum Arabischen Coffe Baum ist das zweitälteste in Europa. Das älteste befindet sich in Paris.
  • Im Ratskeller, in dem ich übrigens zum ersten Mal war!, gibts jetzt selbst gebrautes Bier. Und für die, die wie ich kein Bier mögen, gibts leckere Bier-Cocktails. Tipp! Außerdem sind die ja echt nett.
  • Latin Burger – eine Spezialität aus Venezuela – sind mega-lecker. Habe ich in einer Veggie-Variante auf dem Street Food Festival auf der Alten Messe probiert. Aus Heisshungergründen habe ich leider kein Foto machen können… 😉

                            Eindrücke vom Streetfoodmarkt an der Alten Messe.

  • Viele Restaurants und Hotels in Leipzig nutzen regionale Produkte, weil es ihnen wichtig ist und sie die Qualität schätzen, darunter der Ratskeller (z.B. Milchprodukte vom Landgut Nemt und Spargel aus Beelitz) oder das Innside Leipzig (Leipziger Allasch, Longhorn Gin, Havelländer Apfelschwein).
  • Foodblogger sind einfach ein herrliches Völkchen: kreativ, offen, genuss- und experimiertierfreudig. Was ich wieder alles erfahren habe… Kerstin, die aus der Pfalz stammt, veröffentlicht bald ein Buch über Frauen und Wein. Astrid hat mal als Führungskraft im Handel gearbeitet, bevor sie ihre Gabe zum Kochen, Genießen und Kreieren zum Beruf machte und Bloggerin wurde. Sie bietet einen Supper-Club an, für den man sich bewerben kann. Dann bekocht sie die Gäste bei sich zu Hause. Arne ist eigentlich promovierter Physiker, der Hamburgs erste vegane Kochschule führt und mit Möhre 3 (der Name!) eine PR-Agentur rund ums Essen gegründet hat. Niamh stammt eigentlich aus Irland, lebt seit Jahren in London und bloggt seit unfassbar langen zehn Jahren… 

Bioeiscafé Tonis, Dunkel-Gruppenbild aus dem Ratskeller ;-), Küchenatmo aus dem Innside.

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Diese Zwei… 😉 Astrid und Kerstin.

Kostprobe Leipzig: Meine Lieblingsrestaurants

Natürlich ist so ein Wochenende zu kurz, um eine Stadt zu erfassen und wirklich kennenzulernen. Für mich liegt die Faszination von Leipzig im unfertigen Charme der Stadt, darin, dass hier Tempo drin ist und ich die Kreativität manchmal quasi mit Händen fassen kann. Wie die Kunstszene, so ist auch die Leipziger Gastroszene klein und fein und verstreut über die ganze Stadt. Bei unserer Foodbloggertour haben wir da nur einen minikleinen Eindruck gewinnen können. Unterwegs haben mich die Anderen gefragt, wo ich denn gern essen gehe und was ich empfehle. Meine Tipps schreibe ich gern für Euch noch mal auf.

Ganz grundsätzlich mag ich schnelle, einfache Gerichte aus regionalen Zutaten, am liebsten in Bio-Qualität. Das heißt, ich bin keine Expertin, wenn es um Sterneküche geht. Es gibt erste Restaurants, die auf Slow-Food setzen – also bewusstes, genussvolles Essen aus regionalen Zutaten als Gegenentwurf zum Fast-Food. Cafés und Restaurants, die ich mag, sind gemütlich, haben was Besonderes, können gerne ein bisschen cool aber bitte nicht zu hipster sein.

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Ohne Worte… Kunstwerk aus Maître-Pâtisserie.

Eine kleine Auswahl meiner Lieblingsrestaurants in Leipzig:

  • Herr Bergs Garten  – ein entzückendes Gartenrestaurant in einer Kleingartensparte in Lindenau. Persönlich,
  • Reuschels Weineck – gutbürgerliche Küche. Mein Mann kam kürzlich mit der Köchin ins Gespräch, die möglicherweise auch die Inhaberin ist, keine Ahnung. Sie erzählte, dass sie schon an die 70 sei und es ihr großen Spaß mache, jeden Tag zu kochen. Schlussendlich hat er drei der Tagespuddings verdrückt… Dort wird Pudding nämlich (noch) selbst gekocht – also ohne Fertigpulver – das geht übrigens total leicht!
  • Franz Morish – ein neue stylische Kaffeerösterei plus Café. Inhaber ist Leipzigs Ex-Fußball-Profi Tom Geißler (u.a. FC Sachsen, RB, Mainz).
  • Chinabrenner – unfassbar leckere Gerichte der Sichuanküche, „weil es die atemberaubendste ist und weil wir sie lieben“, heißt es auf der Homepage. Inhaber Thomas Wrobel hat mal eine Weile in China gelebt und das Knowhow von dort mitgebracht.
  • Café Maître – mein Lieblingsfrühstückscafé mit eigener Pâtisserie zum Niederknien! Der Inhaber Eckehard Grundmann setzt auf regionale Zutaten. Es gibt Honig aus Leipzig, Senf aus Sachsen, selbst gemachte Spargelcremesuppe, hauseigenen Sirup sowie selbst gemachte Marmeladen zu kaufen.

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Kostprobe Leipzig: Bärlauchsuppe

Neben der Frage nach meinen Lieblingsrestaurants und wo ich denn regionale Zutaten kaufe (findet Ihr hier und hier), kam auch die Frage nach typisch sächsischen Gerichten. Da fallen mir natürlich die Klassiker ein: Sächsische Kartoffelsuppe mit Majoran, Quarkkeulchen, Sauerbraten, Kartoffelklöße, Leipziger Allerlei, Leipziger Lerchen, Dresdner Stollen… Doch ehrlich gesagt, koche oder backe ich diese Gerichte selten. Ähm – also… nie. 😉 Deshalb hab ich darüber nachgedacht, was ist denn eigentlich ein typisch Leipziger Gericht für mich? Knappe Antwort: Im Moment irgendwas mit Bärlauch, denn so riecht für mich der Frühling in Leipzig. Was wenig Auswärtige wissen: Die Stadt liegt eingebettet im Leipziger Auwald, einem Landschaftsschutzgebiet, das aus den Flussauen der Weißen Elster, der Pleiße und Luppe sowie deren Nebenflüssen besteht.

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Als ich vor 18 Jahren nach Leipzig zog, wusste ich nicht, wie grün die Stadt ist und wie viel Wasser es hier gibt. Heute wohne ich in der Nähe des Auwalds und wenn ich morgens aus der Tür trete, empfängt mich frischer Waldduft gemischt mit dem Geruch nach Bärlauch. Im feuchten schattigen Unterholz des Auwalds fühlt er sich besonders wohl. Im Frühling ist der Auwald ein Bärlauch-Meer. Für mich und Euch habe ich ein bisschen gesammelt.

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Wichtig: Bärlauch ist eine langsam wachsende Pflanze. Man sollte niemals Pflanzen mit ganzer Wurzel herausreißen, sondern nur einige Blätter. Hartnäckig hält sich übrigens die Mär, dass man den Bärlauch nicht mehr ernten darf, wenn er blüht. Hier auf dem Bild sind die Blüten noch geschlossen und das ist auch die beste Erntezeit. Wenn er blüht, verlieren die Blätter ihren typischen Knoblauch-Geschmack und werden bitter. Weiter passiert allerdings nix.

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Ihr braucht für die Bärlauchsuppe

  • 300 gr mehlige Kartoffeln
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 ml Apfelsaft
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Schlagsahne (oder mehr, wenn Ihr die Suppe dünner mögt)
  • zwei Hände voll Bärlauch (ein bisschen für die Deko übrig lassen)
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Spritzer Zitrone zum Abschmecken

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Und so geht die Bärlauchsuppe

Zuerst die Kartoffeln schälen, waschen und in kleine Stücke schneiden. Die Schalotten und den Knoblauch abziehen, würfeln und in etwas Butter oder Olivenöl glasig dünsten. Die Kartoffeln dazugeben und ebenfalls kurz andünsten. Mit dem Apfelsaft ablöschen, die Gemüsebrühe dazugeben und bei kleiner Hitze ca. eine Viertelstunde köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Den Bärlauch sorgfältig waschen und in grobe Streifen schneiden. Sahne und Bärlauch zur Suppe dazugeben und 1 Minute mitkochen lassen, danach den Topf vom Herd nehmen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitrone abschmecken.

Kurz vor dem Servieren noch mal Aufmixen. Mit Radieschen und Bärlauch dekorieren und mit Brot oder Brotchips servieren. Die Brotchips gehen total leicht. Ich habe dafür selbst gebackenes Buttermilchbrot genommen, das ich in dünne Scheiben geschnitten habe, mit einer Olivenöl-Salz-Chilli-Mischung bestrichen und im vorgeheizten Ofen bei 180 ° ca. zehn Minuten knusprig gebacken habe.

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So, ich weiß, das war ne Menge Lesestoff!!

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Euch ein bisschen Appetit auf Leipzig machen konnte. In diesem Sinne: schmecken lassen!! Ich freu mich wie immer über Eure Kommentare. Machts hübsch!

*Transparenzhinweis: Die Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskanzlei und der Imagekampagne „So geht sächsisch“ entstanden. Das beeinflusst jedoch nicht meine Meinung, denn die ist nicht käuflich. 

2 Kommentare

  1. Katinka aus LE sagt

    Danke für die Restauranttips, ich als gebürtige Leipzigerin, die nur jeden Sommer wiederkommt und sich nicht mehr auskennt, ist das sehr nützlich.

    • Anja sagt

      Hi Katinka, gern!
      So gehts mir mit meiner Heimatstadt Dresden, da bin ich irgendwie auch raus und muss immer erst Freunde fragen, wo man denn da hingehen kann. LG aus der Heimat von Anja

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