Monatsrückblick, schöneWelt
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Momente wie Goldstaub – #07/16: Ausmisten

Ich fand sie unmodern und viel zu „dünn“ obenrum. Seit dieser Woche habe ich sie wiederentdeckt und wir sind nach langen Jahren doch noch irgendwie Freunde geworden: Die alte Vase meiner Eltern und ich. Heute, zum Sonntag, darf sie wundervolle Kirschblüten präsentieren. Und das, obwohl sie – wie viele andere Sachen auch – schon auf meiner Abschussliste stand.

Freie Flächen, Platz, Leere. Nichts, wo früher Chaos war. Platz zum Durchatmen. Raum für Neues. Wie toll aufräumen – nein – ausmisten ist, genieße ich ehrlicherweise schon seit Anfang des Jahres immer wieder neu. So auch diese Woche wieder.

Wie es zu dieser Art des Luftholens gekommen ist, kann ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall war keiner dieser „In diesem Jahr wird alles anders“-Sprüche schuld. Auch das „Ich nehme mir endlich xyz vor“– war nicht Auslöser. Eher so ein innerer Schub.

Anders als es bei anderen der Fall ist, fällt mir das Ausmisten ziemlich leicht. Nein, anders: Ich gehe wahrscheinlich eher leichtfertig damit um. Sei`s drum.

Los ging’s mit dem großen Schrank auf unserer Galerie. Da haben wir sämtliche Spielsachen des großen Sohnes aufbewahrt: Man weiß ja nie, vielleicht kommt noch ein Geschwisterkind und da kann das dann damit spielen.

Das Geschwisterkind kam, wurde ein Mädchen und schaut die Sachen nicht mal an. Also: weg damit, Platz schaffen.

Genau so all die alten Kinderklamotten, die noch im Keller schlummerten. Damals fand ich die irgendwie „noch zu gut“, um sie wegzuschmeißen. Heute sehen die meisten fürchterlich aus. Die meisten sind in den Container gewandert; nur ein paar Einzelstücke warten auf die Wiederentdeckung der Kleinen. Aber ehrlich: Ich glaube kaum dran. Aber wenigsten sind sie tatsächlich noch schön, so dass ich sie guten Gewissens anderen Müttern anbieten werde.

Klamotten? Kein Problem. Säckeweise sind die in die Altkleidertonne gewandert. Gepaart mit Schuhen natürlich.

Ausmisten ist bei mir angesagt: bei Sachen, die länger als 2 bis 3 Jahre nicht im Fokus meiner Aufmerksamkeit waren. Denn dann werden sie es wohl auch nie wieder sein.

Bis jetzt bin ich damit ganz gut gefahren. Positiver Nebeneffekt: Ich habe viel mehr Lust auf neue Dinge, die mein Leben schöner machen.

Einige der alten Dinge werden aber bleiben. Auch wenn sie keine volle Sympathie-Punktzahl erreichen. Dinge mit Geschichte. Dinge die ich vielleicht schon als Kind im Hause meiner Eltern erlebt und gespürt habe. Auch wenn ich die damals schon nicht sooo toll fand: Sie gehören zu mir. Ausmisten? Never.

Kirschblütenvase

Dazu gehört zum Beispiel die weiße Vase, die – mit den wunderbaren Kirschzweigen drin – heute mein kleines #Sonntagsglück ist und dem verregneten Tag ein kleines Strahlen verpasst.

8 Kommentare

  1. Liebe Conni,

    habe gerade Euren Blog bei Soulsister entdeckt und bin spontan begeistert – ich mag Eure Art zu fotografieren und den Text hier auch. Ich muss mir mehr durchlesen 🙂

    Ich persönlich trenne mich relativ schwer von Dingen und würde am liebsten viel behalten – gefühlt alle Bilder oder Basteleien der Kinder, jedes Rest von einem schönen Papier (vielleicht kann ich noch was damit basteln…) und jedenfalls Dinge mit Geschichte, alte Bücher aus meiner Kindheit und so (die werden jedenfalls nicht aussortiert!). Man kann aber nicht alles behalten und daher muss ich auch mal damit anfangen, auszumisten… schwer… zuerst ist mein Büro dran, da ist viel zu viel Zeug… und dann das Spielzimmer, da finde ich bestimmt 100 Sachen, mit denen sie nicht mehr spielen…

    Magst Du auch Deinen Post bei mir verlinken? Ich zeige jeden Sonntag unter #nicelittlethingsaround Kleinigkeiten, die mich zum lächeln gebracht haben und Deine Vase mit den Kirschzweigen und die Geschichte dahinter passt gut dazu, die Linkmöglichkeit ist noch bis Samstag offen! Hier ist der Link: http://www.miss-red-fox.de/2016/02/nicelittlethingsaround-6.html

    Liebe Grüße und schönen Sonntag noch!
    Ioana

    • Liebe Ioana,

      ganz lieben Dank für Dein Feedback zu unserem Blog. Er ist ja noch recht jung und im Werden und Wachsen. Da ist es besonders schön, so etwas zu lesen;-). Ich schau gleich mal bei Dir vorbei und – klar – verlinke meinen Post bei Dir.

      Jaja, die Kunstwerke der Kinder. Die machen das Ausmisten wirklich schwer. Da habe ich separate Kartons bzw. eine große Korkwand, an der die Bildchen immer aktuell rangepinnt werden. Die schönsten werden für die Nachwelt aufgehoben. Der Rest, nun ja, wird halt gegen Neues ausgetauscht.

      Liebe Grüße,

      Conni

  2. liebe Conni,
    tatsächlich bin ich auch gerade dabei … gestern habe ich im Arbeitszimmer angefangen. Dann ist meine Werkstatt dran. Gefühlt möchte ich das ganze haus auf den Kopf stellen und jeden Schrank gründlich räumen. Dein schöner Post spricht mir echt aus der Seele.

    Vielen Dank, dass du dich bei meinem #sonntagsglück verlinkt hast. Hab‘ noch einen fabelhaften Sonntag und weiterhin viel Spaß beim Aufräumen!

    herzlichst Katrin / soulsister meets friends

    • Liebe Katrin,

      na dann viel Freude;-) und genieß das Danach.

      Einen wundervollen Abend Dir,

      Conni

  3. Oh weh… Ausmisten.
    Seit ewigen Zeiten arbeite ich daran, aber irgendwie blockiere ich mich manchmal selbst dabei. Vieles ist schon weg, anderes muss noch weichen.

    Das Gefühl der Erleichterung, wenn Platz geschaffen wird, wenn wieder Luft zum Atmen ist, kann ich nachvollziehen. Respekt, dass Du das so konsequent durchziehst.
    Und die Vase bitte nicht ausmisten. Die ist so schön!
    LG
    Katrin

    • Liebe Katrin, die Vase bleibt. Ist ja etwas mit „Geschichte“. Da überlege ich dann doch einmal mehr 😉

      Liebe Grüße!

  4. Hallo Conni,
    ausmisten muss immer wieder mal sein. Meine Strategie ist da auch so: Alles, was ich in den letzten 1-2 Jahren nicht beachtet habe, kommt weg. Ich finde, es ist ein befreiendes Gefühl, wieder Platz für Neues zu haben! 🙂 Die Kirschzweige in der Vase hast du schon angerichtet. Das macht sich super vor der rustikalen Wand und mit den Herzen!
    Liebe Grüße,
    Alex

    • Hallo Alex, da haben wir ja was gemeinsam 😉
      Hoffentlich gibt’s noch schön lange Frühlingszweige. Ich finde, meine Vase ist wie geschaffen dafür. Jetzt hab ich sie ja auch wieder lieb;-)

      Liebe Grüße, Conni

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