regionale Produkte, schönesLeipzig
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Regional oder stinknormal?! Das Fazit.

Ist es denn wirklich so aufwändig, ausschließlich regional einzukaufen? Conni und ich haben es eine Woche lang getestet. Die Spielregeln waren: Sie kauft konventionell im Supermarkt ein, ich dort, wo es regionale Produkte gibt.

Regional oder stinknormal?

Regional einkaufen I www.schoenesleben.net

 

Hier ist unsere Auswertung.

Anja sagt zu „regional oder stinknormal“

Geschafft. Eine Woche lang (fast ausschließlich) regional einkaufen, das wollte ich schon immer mal. Im Nachgang unserer Blogparade hatte ich mir ja vorgenommen gehabt, ab August möglichst regional einzukaufen… und habs nicht hinbekommen. Immer wieder stand ich im Supermarkt und dachte, Mist, haste wieder vergessen, die Ökokiste zu bestellen oder auf den Markt zu gehen, wenn Du in der Innenstadt bist. Die Testwoche kam mir deshalb gelegen, meinen guten Vorsatz wirklich auch mal zu umzusetzen.

Was habe ich gemacht:

  • …angefangen, eine Ökokiste vom Lobacher Hof mit Obst, Gemüse, Milchprodukten und Brot zu bestellen. Das geht online, die Kiste wird immer dienstags (abhängig vom Liefergebiet) an die Haustür gebracht. Preis-Leistung ist super, bin zufrieden. Damit habe ich einen guten Grundstock an regionalen Lebensmitteln und komme mit dem Gemüse bis zum Wochenende.
  • …bewusster daran gedacht, wenn ich unterwegs bin, auch gleich regional einzukaufen. Dafür musste ich mich besser organisieren. Und ich habe neue Geschäfte – beispielsweise die Biobäckerei Böhm und Denn’s Biomarkt ausprobiert.
  • …mehr Zeit für das Besorgen eingeplant und beispielsweise eben mal zehn Minuten Äpfel oder 20 Minuten Mirabellen auf unserer Streuobstwiese vorm Haus gepflückt, statt das Ganze im Supermarkt einzusacken.
  • …die Kinder einmal mehr angepfiffen ähhh angehalten, sich nur so viel zu nehmen, wie sie auch essen, damit wir weniger wegschmeißen. …Weil die Lebensmittel teurer sind, die ich einkaufe.
  • …im Grunde gar nicht so viel: mich einfach nur besser organisiert und mir einen groben Plan gemacht, wann ich was und wie viel für welche Mahlzeit benötige.
Regional einkaufen I www.schoenesleben.et

So knackig frisch ist das Obst und Gemüse aus meiner Ökoskiste.

Um ehrlich zu sein, ich habe auch nicht kompletto nur regional oder im Bioladen eingekauft. Da ich am Mittwoch Gäste hatte, brauchte ich bespielsweise auch Pfirsichlikör und Prosecco für die Sommerbowle. Und den habe ich im Supermarkt gekauft. Irgendwie ist es mir bei Alkohol nicht soo wichtig, unbedingt Bio- oder regionale Qualität zu haben. Bei Milchprodukten, Fleisch und Obst- und Gemüse ist es mir sehr wichtig.

Mir hat die Woche gezeigt, das für mich ein Mix prima ist. So viel wie möglich regional einkaufen und den Rest im Supermarkt/Discounter ergänzen. In einigen Supermärkten – beispielsweise im REWE (ist bei uns um die Ecke, dort kaufe ich oft ein und weiß es), gibt es einige Produkte, die wirklich aus der Region stammen, beispielsweise Apfelsaft aus Dürrweitzschen/Sachsen oder ein Teil des Obstes (Äpfel, Pflaumen, Tomaten).

 

Regional einkaufen I www.schoenesleben.net

   Regional einkaufen I www.schoenesleben.net

Conni sagt zu „regional oder stinknormal“

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es hier schon irgendwann mal erwähnt hatte: Ich bin ein totaler Bauchmensch. Geplant und strukturiert den Tag oder die Woche angehen – Fehlanzeige. Genau so ist auch mein Einkaufsverhalten. Ich weiß nur: Es ist nüscht mehr da, wir brauchen was. Meistens halte ich dann, wenn ich unterwegs bin, einfach an und los geht’s. Genau so auch diese Woche. Im Laden dann fange ich an zu überlegen, was so fehlt oder worauf die liebe Familie denn so Lust haben könnte. Klar kann ich dann irgendein leckeres Abendbrot zaubern oder auch zwei – das war`s dann aber auch. Aber wisst Ihr was? Ist ja nicht so schlimm. Ich kann ja problemlos wieder hin hopsen und mir den Einkaufswagen vollkrachen. Schnell, preisgünstig und abwechslungsreich.

Diese Woche war ich ja nun aber verdammt zu Hundertprozentschnellundbilligeinkauf beim Hundertprozentschnellundbilligdiscounter. Blöd, denn eine andere Seite des spontanen Bauchgefühl-Einkaufens ist bei mir auch: wenn’s passt auch mal regional einkaufen beim „richtigen“ Bäcker haltmachen und „echtes“ Brot kaufen. Ich liebe zum Beispiel auch meinen Fleischer. Allerdings ist der ja ein regionaler Anbieter, mit „Wurscht von nebenan“.

Regional einkaufen oder beim Discounter. Mein Denstags-Einkauf.

So sah er aus, mein Dienstags-Einkauf beim Discounter. Plastik meets Lebensmittel sozusagen.

Ging ja nun nicht und hat mir wirklich wehgetan. Nicht nur, dass ich den abgepackten Kram echt nicht mag und der Hölle viel Müll macht; er verar…. mich auch! Und das ist ja nun wirklich fies.

Schönes Beispiel: Naumburger „Sächsischer Leberkäse“ aus Böklund.

Entschuldigt mal, da stimmt rein gar nichts. Naumburg ist an der Saale in Sachsen-Anhalt, Böklund liegt in Schleswig-Holstein. Hallo?!

Und noch einen Dämpfer hat mein Discounter-Herz erhalten: Für Anjas Geburtstags-Party-Schüttelgurken habe ich keinen frischen Dill bekommen. Die tiefgefrorene Version war auch okay, aber wenn ich für andere koche oder backe soll dann doch das Besonderes sein. Eigentlich. Aber ehrlich gesagt, die Frostkräuter waren auch okay.

Regional einkaufen oder beim Discounter. Bio-Gurken vom Discounter

Spanische Bio-Gurken vom Discounter, nun ja. Lieber ohne Plastik-Verpackung und regional einkaufen.

So, und ehe mir hier noch ´ne lange Pinoccio-Nase wächst: Ja, ich bin schwach geworden. Ich habe beim Fleischer eingekauft. Die abgepackte Wurst war einfach äxe. Wir machen abends so gern einen bunten Schnittenteller – da gehört aber nun mal keine abgepackte Wurst drauf.  Das Discounter-Obst und -Gemüse war total okay. So frische saftige Pfirsiche hatte ich schon lange nicht mehr. Und superleeeckere Tomaten gab´s! Trotzdem bin ich nicht am Wochenmarkt vorbei gegangen. Das Himbeeren-Angebot MUSSTE ich einfach annehmen. Frisch, regional und preiswert – sorry lieber Discounter, da kannst Du nicht mithalten.

Regional einkaufen oder beim Discounter: Frische Himbeeren vom Wochenmarkt in Leipzig.

Noch Fragen: Obst vom Leipziger Wochenmarkt ist unschlagbar. Regional einkaufen bekommt hier ein dickes Plus.

Ich bleibe dem schnellundbillig-Einkauf treu. Und auch dem Abstecher zum Markt. Ab und an regional einkaufen muss sein. Die Mischung macht`s und ich denke beide Einkaufs-Formen haben ihre Daseinsberechtigung. Größtes Manko beim Discounter: Viel zu viele Verpackungen und manchmal merkwürdige Fertig-Nahrung. Ich gucke ab sofort auf jeden Fall genauer hin, was da so im Wagen landet. Der Vorteil. Einmal hin, alles drin und so. Zur Not auch noch ´ne neue Packung Druckerpapier, so wie diese Woche.

Zusammengefasst.

  • Wie aufwändig ist es, regional einzukaufen? Mit der richtigen Orga gehts. Für uns beide macht es der Mix aus regional und Supermarkt/Discounter.
  • Wie teuer ist regionales Einkaufen im Vergleich zu Supermarktpreisen? Kommt darauf an. Milch- und Fleischprodukte sind in regionaler bzw. Bio-Qualität ein Stück teurer, Obst und Gemüse nur wenig, oft gar nicht.
  • Was schmeckt besser? Kommt darauf an. Wurst und Fleisch schmecken uns eindeutig besser, wenn wir sie beim Fleischer kaufen. Ist das Obst und Gemüse reif und frisch, merkt man es nicht.
  • Wie fühlt es sich an? Ganz klar: Regional einzukaufen, fühlt sich 1000 Mal besser an!
  • Wie voll ist der (Plastik)Mülleimer am Ende der Woche? Bei Conni war er sehr viel voller als bei mir.  Aus unserer Sicht eines der größten Mankos im Vergleich. 

Und was sagt Ihr – springt Ihr eher in den Supermarkt oder seid Ihr auch Markt-Fans?

 

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