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„Schwanensee“: getanzt vom Leipziger Ballett

(Reklame!*) Als gebürtige Dresdnerin denke ich beim Stichwort „Oper“ direkt an „Semperoper“. Und damit an Opulenz, Barock und eine gewissen Behäbigkeit und Schwere. Wahrscheinlich hat mich deshalb diese Form des Theaters nie wirklich gepackt. In meiner Erinnerung hab ich mich immer schrecklich gelangweilt. Sorry, Semperoper! Dass Oper bzw. Ballett auch modern, leicht und überraschend sein kann, habe ich am Sonntag in der Leipziger Oper erlebt. Ich war bei der Premiere von „Schwanensee“, Tschaikowskis Ballettklassiker, in einer modernen Choreographie von Mario Schröder.

Nun mögt Ihr einwenden, ich sei ’ne Banausin. Nun ja, es gibt definitiv Menschen, die viel mehr Wissen über Klassik, Oper und Ballett haben, keine Frage. Ich finde allerdings, in der Kunst gibt es keine Banausen. Entweder ein Bild, ein Musikstück, ein Ballett, eine Installation oder eine Oper lösen etwas in mir aus – bewegt, fasziniert bzw. begeistert mich. Oder eben nicht. Insofern bin ich auch dafür, Kinder so oft es geht, mit Kunst zusammen zu bringen. Denn das macht etwas mit ihnen. Ich kann nicht genau sagen, was. Doch es ist so. Schon oft getestet. Sogar an knurrigen Teenagern, die im Theater oder Museum schlussendlich staunend da saßen… 😉

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Fotocredit: Ida Zenna / Oper Leipzig

„Schwanensee“: Worum gehts?

Ein Grund, meine Siebenjährige zur Premiere von „Schwanensee“ mit in die Leipziger Oper zu nehmen. Worum es bei „Schwanensee“ eigentlich geht, hatten wir uns vorher kurz durchgelesen. Denn ehrlich, ich wusste es auch nicht im Detail. Kurzfassung: Das Ballett „Schwanensee“ ist ein Märchen, das von der Prinzessin Odette handelt, die von einem bösen Zauberer in einen Schwan verwandelt wird. Und wie so oft im Märchen, kann sie nur durch bedingungslose Liebe erlöst werden. Gesucht wird also ein Prinz, der sie um ihrer selbst willen so sehr liebt, dass der Zauber rückgängig gemacht werden kann. Im Original endet die Geschichte offen – es ist nicht klar, was aus den beiden wird.

„Schwanensee“ getanzt vom Leipziger Ballett

In der Version von Mario Schröder geht es vor allem um die Suche. Nach Selbstbestimmung, nach einem Ort ohne Konventionen und Zwängen. Der Prinz aus der klassischen Fassung wird bei Schröder von einer Frau getanzt. Das Geschlecht wird unwichtig, es geht um einen jungen Menschen an sich.

Das Bühnenbild ist beeindruckend und zeigt einen überdimensionalen Barockpalast. Eine Videoinstallation spiegelt von Zeit zu Zeit das Geschehen auf der Bühne und lässt beispielsweise einen riesigen imaginären See entstehen, auf dem die Schwäne tanzen. In atemberaubender Geschwindigkeit entstehen durch die Videoinstallation wunderschöne Bilder – die mich an ein Kaleidoskop erinnert haben. Dazu die schöne, harmonische und dann wieder spannungsgeladene Musik, meisterhaft gespielt vom Gewandhausorchester unter der Leitung der jungen Dirigentin Gierdré Slekyté.

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Fotocredit: Ida Zenna / Oper Leipzig

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Fotocredit: Ida Zenna / Oper Leipzig

Auch wenn wir trotz Programmheft und vorher Einlesen nicht alles verstehen, was auf der Bühne vor sich geht: Wir sind fasziniert. Oder, um es mit den Worten meiner Tochter zu sagen, die mir irgendwann leise ins Ohr flüstert: „Mama, ich weiß zwar gerade nicht genau, was die da machen. Aber ich finde es toll!“ (Sic!) 😉 Und wirklich, sie sitzt kerzengerade und findet es großartig. Auch wenn es mehr als 1,5 Stunden dauert, bis Pause ist.

Mit am besten gefallen uns die Szenen der Brautschau im 3. Akt. Diese Kostüme! Diese Tänzerinnen und Tänzer! Diese schnellen Wechsel! Knaller.

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Fotocredit: Ida Zenna / Oper Leipzig

Während meine Tochter aufnimmt, was sie gerade sieht, gucke ich auf das Ganze mit einem mini-bisschen mehr Hintergrund. Denn ich war vergangene Woche bereits zu einem Pressetermin in der Leipziger Oper gewesen. Produktionsleiter Remy Fichet (stammt aus Paris – ich hätte ihm noch ca. fünf Stunden zuhören können – der Akzent!!!!) und Kostümdesigner Alexsandar Nosphal haben uns Leipziger Bloggerinnen und Bloggern über ihre Arbeit und die Hintergründe einer Ballett-Produktion dieser Größenordnung erzählt. Anschließend konnten wir einen sprichwörtlichen Blick hinter die Kulissen werfen, waren im Kostümfundus und durften – strengt bewacht vom Bühnenmeister – kurz auf die Bühne und danach bei der Hauptprobe zusehen. War echt interessant. Ich habe viel Neues gelernt.

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Blick durch die Kulissen auf die Bühne und die Tänzerinnen und Tänzer, die sich warm machen.

Der Kostümfundus, in dem hunderte handangefertigte Kostüme hängen.

10 Fakten über die Leipziger Oper und das Leipziger Ballett

 

Was ich an Fakten und neuem Wissen mitgenommen habe – bunt gemixt und nicht sortiert:

1. Die Geschichte der Oper Leipzig lässt sich bis ins Jahr 1693 zurückverfolgen. Sie feiert dieses Jahr 325-jähriges Jubiläum.

2. Die Oper Leipzig ist ein Drei-Sparten-Haus und besteht aus Oper, Leipziger Ballett und Musikalischer Komödie. Damit reicht das Repertoire von Oper, Operette, Musical bis hin zu Ballett.

3. Das Opernhaus wurde 1960 als einziger DDR-Opernneubau eröffnet. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und fasziniert durch seine 50er-Jahre-Innenarchitektur. Architekturstudierenden dient es als Musterbeispiel für den Baustil dieser Epoche.

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4. Die Oper Leipzig hat zusammen mit der Musikalischen Komödie und dem Leipziger Ballett 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

5. Die Bühne der Leipziger Oper, eine sogenannte Kreuzbühne, misst insgesamt 1.300 Quadratmeter. 33 Meter sind es bis zur Decke.

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6. Im Opernhaus treffen mit der Oper und dem Ballett zwei Welten aufeinander: Steht eine Opernpremiere bevor, läuft die Hauptprobe zwei Tage vorher, damit die Sänger ihre Stimme noch einen Tag ausruhen können.

7. Beim Ballett dagegen findet die Generalprobe unbedingt am Tag vor der Premiere statt. Die Tänzerinnen und Tänzer sind ja quasi Hochleistungssportler und müssen ihre Körper in Bewegung halten.

8. Die ersten Entwürfe für die Kostüme hat der Designer Alexsandar Nosphal im vergangenen Sommer gemacht. Bis alle Kostüme in den Theaterwerkstätten genäht sind, dauert es ungefähr ein halbes Jahr.

9. Die Kostüme müssen nicht nur zur Inszenierung passen, sondern sich auch an den Körper anschmiegen, damit sich die Tänzerinnen und Tänzer gut bewegen können. Außerdem müssen sie robust sein und mehrere Vorstellungen durchhalten. Das erfordert höchste Qualität der Stoffe und handwerkliches Können der Maßschneiderinnen und -schneider.

10. Alexsandar Nosphal ist eigentlich Fashiondesigner – das sieht man den Kostüme auch an. Er sagte, er habe sich für die „Schwanensee“-Kostüme von der französischen Haute Couture inspirieren lassen.

Ob ihm das gelungen ist, könnt Ihr selbst bei weiteren Vorstellungen sehen ;-). „Schwanensee“ wird am 25. und 26. Mai, 2., 3., 14., 19. Juni, 15., 16., 23., 30, September sowie am 13. und 14. Dezember aufgeführt. Karten gibt es hier.

Ich kann es wirklich empfehlen. Ok, ein bisschen Mut braucht Ihr. Falls Ihr die klassische Version wollt, solltet Ihr Euch eine andere Inszenierung anschauen. Nicht, dass es Euch so geht wie Antje, einer ehemaligen Kollegin, die ich in der Pause zufällig getroffen habe und die bisschen enttäuscht war…

Meiner Tochter und mir hat es zusammen mit dem Großteil des Leipziger Premierenpublikums gefallen. Der Beifall wollte am Ende gar nicht aufhören – es gab stehende Ovationen.

Als die Kleene und ich zum Schluss die Treppen runter zum Springbrunnen vor der Oper hüpfen, sind wir glücklich über einen schönen Abend.

Meine Erkenntnis: Nie aufhören, zu probieren! Selbst, wenn Du denkst, Du magst was nicht, probiere es immer mal wieder aus. Vielleicht ändert sich das ja über die Jahre… So wie diese Ballett- und Opernnummer bei mir.

LG Anja

*  Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist im Auftrag der Oper Leipzig entstanden. Ich erhalte dafür ein Honorar. Gebucht wird mein Knowhow für Text, Bild und Social Media sowie meine Reichweite, allerdings nicht meine Meinung. Denn die ist unverkäuflich. Herzlichen Dank an die supernette Zusammenarbeit und kompetente Betreuung!

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2 Kommentare

  1. das liest sich wirklich toll. ein grund mehr endlich mal wieder in die leipziger oper zu gehen!
    und wie schön, dass du es mit deiner tochter so zauberhaft zelebriert hast!
    und übrigens die pusteblumenlampen finde ich mega! ich muss einfach immer auf jedem opernball mindestens unendlich viele fotos machen 🙂
    auf bald!

    • Liebe Sabine,
      danke!! …Ja, die Lampen sind echt schön! Zum nächsten Opernball schwächel ich auch nicht wieder und wir können dieses Jahr endlich mal zusammen anstoßen – abgemacht?!

      GLG Anja

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