regionale Produkte, schönesLeipzig
Schreibe einen Kommentar

Streetfood- und Pop-up-Market.

„Echt nice hier, Mama“, sagt mein Sohn mit vollem Mund. Es ist Freitagabend, wir sitzen auf der Steintreppe im hinteren Bereich der Feinkost und haben jeder einen Pappteller auf den Knien. Darauf: peruanische Empanadas, gefüllte Teigtaschen, mit einer Spezialsoße. Keine Ahnung, was da genau drin ist – auf jeden Fall lecker. Nachdem ich ihn vom Training abgeholt hatte, haben wir wir beschlossen: Heute gibts mal cooles Abendessen aufm Streetfoodmarkt!

Wir kommen kurz nach sieben an und es ist rammelvoll auf dem Feinkostgelände. Es duftet und dampft an den Ständen. Überall junge Leute, manche mit kleinen Kindern. Internationales Stimmengewirr. Am Chinabrenner-Stand gibt es handtellergroße Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch. Die sehen sehr, sehr lecker aus. Emil möchte unbedingt Eine probieren, leider aussichtlos, weil megalange Schlange. Wir schieben uns weiter in den hinteren Teil, dort geht es schneller. Wir starten mit einem äthiopischen Gericht, dessen Namen ich zwar erfragt habe, aber in dem Gedränge leider nicht aufschreiben konnte. Es besteht aus leicht säuerlich schmeckenden Fladen und mehreren Soßen. Vegan. Schmeckt ungewohnt und gut. Danach probieren wir am Stand nebenan die erwähnten Empanadas. Der erste Hunger ist gestillt. Ein Glück, denn nach dem Training muss es immer schnell was zu essen geben.

Wir versuchen es noch mal beim Chinabrenner. Leider ist kurz vor uns alles ausverkauft. Die Dinger müssen gut gewesen sein. Macht nix. Wir ziehen weiter zum Stand von Food4Slut und entscheiden uns für gefüllte Teigtaschen im Miniformat. Wunderbar. Eigentlich sollte es nun noch ein Nachtisch sein, schaffen wir nicht mehr. Wir sind satt und glücklich. „Nicht Masse sondern Klasse“ ist das selbst gesteckte Ziel des Marktes. Stimmt. Mir gefällt es besser als in der sehr viel größeren Markthalle 9 in Berlin-Kreuzberg, wo ich im Mai bei „Breakfast and Vinyl“ war. Hier isses irgendwie gemütlicher, chilliger. Leipzig eben.

Streetfood@Feinkost Streetfood@Feinkost

Streetfood@Feinkost Streetfood@Feinkost Streetfood@Feinkost

Streetfood@Feinkost Feinkost_Felsenkeller_102015 043

Die Fotos habe ich kurz nach dem Start des Marktes gegen fünf gemacht, da war es noch ein bisschen heller und überschaubarer auf dem Gelände des alten Industriearels. Von 1952 bis 1992 produzierte hier übrigens der Volkseigene Betrieb (VEB) Feinkost unter anderem Konfitüren, Marmeladen, Frucht- und Obstsäfte und Obst- und Gemüsekonserven. Ab Mitte der 90er Jahre zogen Künstler und Gewerbetreibende in die verlassenen Gebäude und hauchten ihnen wieder Leben ein. Seit 2007 wird das Gelände von der Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost e.G. betrieben.

Erkennungszeichen Feinkost: Ostreklame „Löffelfamilie“.

Vom Freitagabend im Süden von Leipzig zack! in den Westen der Stadt, zum Felsenkeller. Dort war am Wochenende Happy POP-UP MARKET. Das ist ein Design-Markt, auf dem junge Designer und kreative Selbermacher ihre Produkte präsentieren, so die Eigendarstellung. Ich wollte da schon ewig mal hin, am Sonntag hat es endlich gepasst. Interessiert hat mich vor allem, den Felsenkeller mal von innen zu sehen. Als Zugezogene habe ich bisher nur gelesen, was das für historisches Pflaster ist:

Pop-up@Felsenkeller

Historisches Gebäude: Der Felsenkeller.

Der 1890 erbaute Saal war Anfang des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Treffpunkt für die Größen der deutschen Arbeiterbewegung. Liebknecht, Luxemburg, Zetkin, Thälmann – sie alle haben im Felsenkeller gesprochen. Danach standen sich hier zu DDR-Zeiten Generationen von Tanzschülerinnen und Tanzschülern beim Abschlußball auf den Zehen.

Als ich schließlich im Saal stehe, wirkt er kleiner als erwartet. Bisschen rammelig, die Jugendstil-Leuchter sind schön. Das Angebot des Martkes ist nett, allerdings nicht anders als auf dem Dawanda-Markt oder beim Westpaket, dem Straßenfest im Leipziger Westen: Seife, Taschen, Ohrringe, Mützen, aufgearbeitete Möbel, ein wenig Kunst.

Pop-up@Felsenkeller Pop-up@Felsenkeller Pop-up@Felsenkeller Pop-up@Felsenkeller

Ich stöbere ein bisschen und entdecke eine Tasche, nach der ich schon lange gesucht habe und gönne mir ein kleines Streetart-Bild. Für den Großen gibts ne Mütze und einen Beutel. Was den Nachmittag rund macht: Ich komme mit einigen Frauen ins Gespräch und nehme ein paar Infos/Anregungen mit:

Ab Januar gibt es auf der Georg-Schumann-Straße ein Internationales Kulturcafé homeLE.

Sylvi Reinhardt macht tolle Mode, so genannte Microkollektionen. Sie verbindet die Schnitte mit eigenen Malereinen und Grafiken. Ab November hat sie ein Ladengeschäft in Eutritzsch, in einem Künstlerhaus. Das will ich kennenlernen!

Silke Thomalsky und Carina Röll sind „urban trifft schön“. Die Künstlerinnen bringen Streetart, verlassene Orte und andere wunderbare Motive durch Transfertechnik auf Holz. Ich habe mir ein kleines Bild selbst geschenkt. Ein Ladengeschäft soll folgen.

Was mit mir nach Haus geht:

Mütze von  Sylvi Reinhardt

Bild von „urban trifft schön

„Ich bin nicht so der Beutel-Typ“-Beutel

Tasche von Jahnforjahn aus Karlsruhe

Pop-up@Felsenkeller

 

Alles schon ausprobiert und eingeweiht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.