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Tiefengruben: Willkommen im Dorf der alten Obstsorten!

(Werbung! *) Habt Ihr Lust auf ein bisschen heile Welt, alte Obstsorten und einen herrlichen Walnuss-Schnappus?! Na, denn – auf ins Weimarer Land! In Tiefengruben, Bad Berka, ist die Welt nämlich noch in Ordnung, ehrlich. Gleich als ich vor ein paar Wochen das Ortseingangsschild passiere, fühle ich mich um 150 bis 200 Jahre zurückgebeamt.Und das is ja auch kein Wunder, schließlich bin ich in einem Flächendenkmal zu Gast. Schon zu DDR-Zeiten (seit 1976) war das Dorf denkmalgeschützt, es durfte nichts verändert werden. Deshalb auch mein Zeitreisen-Feeling. Hier ist häusertechnisch alles tiptop denkmalgeschützt saniert!

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Tiefengruben: Denkmalgeschütztes Rundlingsdorf

Tiefengruben ist eines der seltenen noch erhaltenen Rundlingsdörfer. „Das bedeutet, dass alle Häuser im Kreis angeordnet wurden, so dass ein geschützter Dorfkern entstand. Hinter den Drei- oder Winkelseithöfen, schließt die Scheune jedes Gehöft ab und bildet so einen Schutzring um das Dorf. Dahinter kommen Gärten und Obstwiesen“, erzählt Udo Pfotenhauer von der Mosterei Bad Berka. Ihn besuchen wir, weil er ein absoluter Experte ist, was alte Obstsorten angeht. „Tiefengruben ist schon seit Jahrhunderten für sein gutes Obst bekannt.“

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Wie diese Rundlingsbauweise in Tiefengruben mit angeschlossenem Garten plus Streuobstwiese konkret aussieht, zeigt er mir an seinem eigenen Hof mit Bauerngarten, der voll ist mit alten Obstsorten – Äpfeln, Pflaumen, Birnen, Zwetschgen, Quitten. Es hat gerade aufgehört zu regnen, Tropfen hängen an den Äpfeln. Pfotenhauer sammelt leidenschaftlich alte Landwirtschaftsgerätschaften. Er: „Meine Frau sagt, ich soll das alte Zeug wegschmeißen!“ Ich so: „Neeeee, bloß nicht!“ und gehe in den Fotomodus über, weil der Garten einfach nur perfekt aussieht. Was für eine Idylle!

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Streuobstwiesen: kulturhistorischer und ökologischer Schatz in Tiefengruben

Der studierte Agraringenieur, der sich nach der Wende mit seiner Mosterei selbständig gemacht hat, führt mich durch den Garten und erklärt mir, wie eigentlich Obstbäume vermehrt bzw. veredelt werden. Ich lerne, dass es eine Pflück- und eine Genussreife gibt und dass alte Obstsorten auch heute noch einen sicheren Ertrag bringen. Pfotenhauer ist 70, doch das merke ich kein Stück. Er wirkt viel jünger, brennt für seine Heimat und hat ein unglaubliches Wissen über Obst und Gemüse. Von 1991 bis 2017 war er Vorsitzender des hiesigen Obstbauvereins, der sich aktiv um die Pflege der Streuobstwiesen bemüht. „Vor der Wende hat sich kaum einer um die Streuobstwiesen gekümmert, da weideten vor allem Tiere auf den Wiesen“, sagt er. Erst in den 90er Jahren begannen die Tiefengrubener, ihre Obstbäume wieder zu schätzen und zu pflegen. „Wir hatten begriffen, dass das ein kulturhistorischer wie ökologischer Schatz ist.“ Seit 2005 sind die Streuobstwiesen in dem kleinen schmucken Dorf ökozertifiziert. Rund um den Ort schlängelt sich ein Obstlehrpfad.

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Dass Apfel nicht gleich Apfel ist, merke ich beim Kosten. Als Stadtkind bin ich an die überschaubare Auswahl auf dem Wochenmarkt, im Bioladen oder Supermarkt gewöhnt. In Tiefengruben probiere ich viele verschiedene Äpfel, die alle anders schmecken. „Das liegt an dem speziellen Säure- und Zuckerverhältnis“, sagt der Apfelexperte. Bei ihm wachsen beispielsweise der Danziger Kant, Kaiser Wilhelm- oder auch der Boskop-Apfel. Na, zumindest letzteren kenn‘ ich, mit Boskop-Äpfeln kann man prima backen, da die Äpfel schön säuerlich sind und gut zerfallen. Mir tropft gleich der Zahn, wenn ich an einen warmen Apfelkuchen denke…

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Der Duft von frisch gebackenem Apfelkuchen…

Und als hätte ich’s gewusst, geht’s nach einem selbstgemachten Walnuss-Likör (so! lecker!), den Pfotenhauer als rare Spezialität kredenzt, ins Bürgerhaus neben der kleinen Dorfkirche. Dort kommt frisch aus dem Steinofen… Apfelkuchen mit Streuseln zum Niederknien. Gebacken hat ihn Ines Hauk-Doblenz, die in Weimar Rosines Backwerkstatt betreibt.

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Das Bürgerhaus ist eines der Projekte, die die Tiefengrubener gemeinsam angepackt haben. Die entzückende kleine Kirche nebenan steht Allen offen, regelmäßig finden Ausstellungen statt, so auch derzeit. Ein bisschen werd‘ ich misstrauisch bei so viel heiler Welt und frage nach, ob es denn nie Zoff gibt? Pfotenhauer denkt nach und sagt, klar, Konflikte gebe es schon mal, aber schlussendlich würden alle an einem Strang ziehen. Deshalb gebe es auch viele junge Familien im Ort, von Landflucht ist hier nüscht zu spüren. Er muss es wissen, von 1994 bis 2009 war der heute 7o-Jährige Bürgermeister von Tiefengruben.

So viele Positives is ja leider selten geworden – vor allem, wenn es um das Thema Dorfleben geht. Ich sauge die Atmosphäre und das Schöne auf, genieße die Idylle und die Herbststimmung. Heile Weilt eben.

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Übernachten in Tiefengruben

Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, kann in Tiefengruben auch Urlaub machen: Ferienwohnungen gibt es hier. Ich plädiere ja dafür, das Landleben für paar Tage zu genießen und habe exakt das auch vor. Falls Euch das am Abend zu langweilig ist und ihr ohne Internet nicht könnt (das Netz is wirklich mies), Bad Berka, Weimar und Erfurt sind ganz in der Nähe. Für tagsüber findet Ihr auf der Seite des Weimarer Land Tourismus e.V. viele Touren und Ausflugsziele, fernab vom üblichen „Touri-Kram“. Beispielsweise Orte, in denen Ihr traditionelles Handwerk sehen könnt oder gemütliche Restaurants, wo mit regionalen Zutaten gekocht wird.

Immer am 3. Wochenende im Oktober findet der Tiefengrubener Obstmarkt statt, inzwischen eine Institution und weit über Thüringen hinaus bekannt.

Vielleicht habt Ihr Lust, dieses Wochenende mal in Tiefengruben vorbeizufahren und über den Obstmarkt zu schlendern, muss der Knaller sein, wie ich gehört habe.

LG Anja

*  Transparenzhinweis: Der Artikel „Tiefengruben: Willkommen im Dorf der alten Obstsorten!“ ist im Auftrag von Weimarer Land Tourismus entstanden. Ich erhalte dafür ein Honorar. Gebucht wird mein Knowhow für Text, Bild und Social Media sowie meine Reichweite, allerdings nicht meine Meinung. Denn die ist unverkäuflich.

Herzlichen Dank an Petra von Obers trifft Sahne für die Organisation und Betreuung. Das war der letzte Artikel, die in Zusammenarbeit mit dem Weimarer Land Tourismus entstanden ist. Hier findet Ihr die vorherigen:

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