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„ü40 ist wie Frühjahrsputz“: Ein Interview mit der Leipziger Autorin Franka Bloom

In der Kategorie „Macherinnen“ geht es bei uns um Frauen, die Dinge anpacken oder die sich mit ü40 noch mal neu erfinden. So wie die Leipziger Autorin Franka Bloom aka Heike Rübbert.

Sie hatte nach Jahren als erfolgreiche Krimi-Drehbuchautorin große Lust, was Neues, was Anderes, auszuprobieren. Sie fasste Mut und begann, Prosa zu schreiben. „Anfang 40, Ende offen“ heißt ihr erster Roman, der witzig und mit Tempo getextet ist.

Leipziger Buchmesse Lifestyleblog Leipzig ü40Ich habe ihn gern gelesen, ab und zu gegrinst und manchmal inne gehalten und nachgedacht – wie ich das so sehe und was ich jetzt an Stelle der Protagonistin Vera tun würde. Gefunden habe ich das Buch beim Stöbern durch das Programm der Leipziger Buchmesse. Der Buchtitel war es, der mich gekriegt hat. Peg ging es genau so, unabhängig von mir hat sie die Lesung mit Heike Rübbert in ihre Szene-Kolumne, die diesen Monat ein Buchmesse-Special ist, aufgenommen.

Da wollte ich gern mehr wissen, hab ein bisschen recherchiert und wusste, diese Frau, die hätte ich gern hier auf dem Blog. Ich hab sie einfach angemailt und gefragt, ob sie Lust auf ein Interview hat. Sie hatte. 🙂

Foto: Dagmar Morath

Liebe Heike, schön, Sie hier zu haben!! Wie würden Sie diese, unsere Lebensphase ü40 charakterisieren, was macht sie aus?

Ü40 ist für mich spannend, weil das Leben eine neue Qualität bekommt. Der Zenith ist erreicht, die Hälfte rum – was nun? Das ist wie Frühjahrsputz: Aussortieren, abhaken, polieren, Glanz und Frische in die Routine bringen. Gut, das klappt nicht mit allem, aber es ist wichtig, zu erkennen, wer man ist, wo man steht und was man will. Mit diesem Bewusstsein bekommt das Leben einen neuen Kick, was nicht heißen muss, dass bis dahin alles schlecht oder doof war.

Was ist für Sie das Schöne am Älterwerden?

1. Lebenserfahrungen und Menschen, die mich im Laufe meines Lebens geprägt haben und hoffentlich weiterhin prägen werden.
2. Zu sehen, wie die Familie wächst.
3. Glück bewusst wahrnehmen zu können, um Unglück besser ertragen zu können.

Was mögen Sie daran gar nicht?

Körperlich und geistig abzubauen und geliebte Menschen zu verlieren. Falten und Lesebrillen sind dabei nur ein kleines Übel :-)…

Was hätten Sie sich mit 20 ganz anders vorgestellt?

Ich hatte keine Vorstellungen von meiner Zukunft. Damals zählte nur das Jetzt und Hier.

Möchten Sie noch mal 20 (oder meinetwegen auch 30) sein und warum?

Unbedingt, weil ich so vieles schon vergessen habe. Aber es war eine unglaublich aufregende  Zeit – vor allem hier in Leipzig, wo ich seit 25 Jahren lebe.

Wenn Sie sich vorstellen, Sie sitzen mit der 20jährigen Heike, der 80jährigen und der von heute zusammen – was würden diese drei wohl besprechen?

Gute Frage! Sie würden feststellen, dass sie sich (hoffentlich) treu geblieben sind und sie hätten vermutlich viel zu lachen.

Gibt es eine Geschichte oder einen „Auslöser“, warum Sie dieses Buch geschrieben haben?

Auslöser war ein berufliches Tief, weil ich keine Lust mehr hatte, Fernsehkrimis zu schreiben. Ich wollte auch mal über Dinge schreiben, die tatsächlich um mich herum passierten. Also habe ich einfach angefangen Prosa zu schreiben, und es fühlte sich unglaublich gut an.

Und noch was ganz anderes, das mich einfach immer interessiert: Was mögen Sie an Leipzig? Und welche Lieblingsorte haben Sie hier?

Leipzig ist mein gewachsener Lebensmittelpunkt. Hier sind meine Freunde, meine Familie, meine Lieblingskneipe, und gerne würde ich sagen ‚mein Kiez‘ aber der fehlt in Gohlis noch. Zum Glück lässt es  sich hier gut fremdkiezen.  Leipzig ist liebens- und lebenswert, weil es überschaubar und dennoch vielfältig ist. Lieblingsorte…das Café Grundmann, die Deutsche Nationalbibliothek, Spinnerei, die BarCelona, das Rosental, Passage-Kino und Schauburg, die Kö, der Clara-Park, die Schaubühne Lindenfels, die Chocolaterie am Waldplatz, diverse Biergärten und, und,und….

Herzlichen Dank und allet Jute für Sie!

Franka Bloom alias Heike Rübbert liest im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Samstag, 25.03. um 19.30 im Pool Garden aus ihrem Buch. „Anfang 40, Ende offen“ ist im Rowohlt Verlag erschienen.

 

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