Kolumne, schöneWelt
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Vom Ohr direkt in den Bauch

Morgens halb 10 im Auto. Schick gemacht, Tasche auf den Beifahrersitz geknallt, Schlüssel rein – bääämmm!! Da war es mal wieder, dieses Lied im Radio. Eins, bei dem ich lauter drehen MUSS. Dieser Song, der direkt in den Bauch fährt, dort ein Kribbeln auslöst. Hach ja, damals ….

Ich bin mir sicher, dass jetzt jede von Euch auch solche Songs kennt. Welche, die eigentlich aktuell gar nicht immer und ständig präsent sind, plötzlich laufen sie irgendwo und schenken einem dann urplötzlich eine total witzige Zeitreise. Dreieinhalb Minuten Flashback – zurück ins eigene Leben.

Der hier ist bei mir so ein Kandidat. Es ist schon krass, was das Geigenintro in mir auslöst und dann diese tieftraurige Stimme – ganz klar, das war zu höchsten Disko-Zeiten bei uns in der tiefsten Provinz. Samstag dort zu sein, war quasi Pflicht. Sehen und gesehen werden, Jungs, Mixgetränke, vorher bei der Freundin nochmal Bravo durchblättern, schminken , Klamotten austauschen … Meine Disko-Freundin hatte immer die besseren Klamotten – Westklamotten. Das war schon was, damals in den 80ern tief im Osten.

Bei „Wonderful Life“ am Schluss der Disko eng mit einem Jungen tanzen – das Höchste für uns dauergewellte 80er Jahre-Püppis. Scheißegal, wie der Typ aussah. Wer eng getanzt hat, war „in“.

Oder das hier – ich glaube ein Klassiker für jeden. Da habe ich auch getanzt – mit einem der begehrtesten Sportstudenten ein paar Jahre später an der Uni. Ein SPORTstudent! Die waren persé der Hammer und dann konnte der auch noch richtig tanzen. Also so richtig. Eng. Mit Drehungen und wieder zurück. So dass kein Haar mehr zwischen uns gepasst hat. Der Wahnsinn.

Nee, nee, ich hatte nicht nur Jungs und tanzen im Kopp, denkt mal nix Falsches von mir.

Dieser Song hier, hat mich in den ersten Tagen meines ersten Jobs noch während des Studiums begleitet. Ich habe damals einfach so bei einem Radiosender angerufen und gefragt, ob sie nicht einen Job für mich haben. Tja, am nächsten Tag hab ich mich vorgestellt; ´ne Woche später dort die Lokalnachrichten vorgelesen. Die Sache mit dem kalten Wasser und so. Und was in dieser Zeit, also in den späten 90ern, immer super oft lief, war Coolio. Wenn ich das heute höre, ist es wieder da, dieses Gefühl des neu Anfangens, der Unsicherheit vor dem Mikro und auch des Stolzes, einfach mal so einen Job bekommen zu haben.

Mannomann, Lieder, die Lebensgeschichten schreiben. Und wenn ich jetzt nicht aufhöre, nimmt der Post hier gar kein Ende: da war noch die wilde Zeit, in der ich regelmäßig von Sachsen aus nach NRW getrampt bin (Gott, ich hoffe meine Kinder machen sowas nie ;-)) – im Ohr meistens irgendwas von Björk. Ich hatte auch eine wilde Zeit, wo es musikmäßig ziemlich hart zuging. Nirvana fand ich damals total gut.

Und ich glaube, wenn ich 10/15 Jahren das Radio (oder was auch immer) anmache und sie spielen irgendwas von diesen deutschen Songs à la Glasperlenspiel oder Namika oder so gibt’s auch ´ne  Zeitreise. Eine zurück in meine jetzige Jetzt-Zeit.

Und Ihr so? Habt Ihr Songs, die Ihr mit bestimmten Geschichten aus Eurem Leben verbindet?

Liebe Grüße, Conni

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Conny,

    klar!!! Last christmas, tainted love oder Purple rain…

    Jedesmal eine Zeitreise in die Vergangenheit – für 3,5 Minuten.

    Liebe Grüsse
    Tine

    • Conni sagt

      Hallo liebe Tine,

      dann versteht Du mich ja: Laut machen und genießen! Obwohl, bei Last Christmas dauert es ja noch ein bisschen …

      Wünsch` Dir noch einen schönen Abend – bis zum nächsten Mal bei snapchat ;-),

      Conni

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