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Wellness in Meißen oder wie ich mir mal fix eine Zwei-Tages-Auszeit klaute

Als gebürtige Dresdnerin verbinde ich Meißen mit Schul- und Familienausflügen – zur Albrechtsburg, dem Meißner Dom oder auch zur berühmten Porzellanmanufaktur Meißen. Zum Thema Wellness hab ich die mittelalterliche Stadt an der Elbe erst seit kurzem auf dem Schirm. Und das kam so.

Eingangshalle des Parkhotels Meißen.

Im November vergangenen Jahres waren meine beste Freundin Sandra und ich auf der Suche nach einem Ort zwischen Dresden (dort lebt sie) und Leipzig (da lebe ich), an dem wir es uns für einen Tag schönmachen können. „Parkhotel Meißen“ spuckte mir Google direkt aus, als ich Wellness in Meißen in meinen Rechner hackte. Und Google hatte recht! Sandra und ich verbrachten als Tagesgästinnen 😉 einen wunderbaren Tag im Spa und nahmen uns vor: „Das wiederholen wir ‚in ausführlich’!“ Ich muss dazu sagen, dass wir seit zehn Jahren (ganz genau wissen wir es gar nicht mehr) mindestens ein Mal im Jahr unsere Familien Familien sein lassen und uns ein Wochenende zum Quatschen und Genießen gönnen. Das tut uns immer mega gut und ist total wichtig! Merke: Wenn Mama ausgeglichen und gut gelaunt, dann Familiensegen gesichert! 😉

Is das ein Empfang oder is das ein Empfang?! Obstteller mit selbstgemachter Schoki.

Anfang März, am ersten (und seitdem einzigen!) schönen warmen Frühlingswochenende, stand also unsere 2017er-Mädelzzzauszeit im Kalender. Nicht leicht, einen Termin zu finden, wenn insgesamt 5 Kinder, zwei Jobs und die wilden Arbeits- bzw. Abwesenheitszeiten der dazugehörigen Ehemänner koordiniert werden wollen… Das Chaos hielt auch bis zur Anreise an… aber dann! Wurde es sehr, sehr entspannt…

Das Restaurant Ohm’s: Genießen with a view

Als wir Freitagabend im hoteleigenen Restaurant Ohm’s saßen und mit einem Aperitif (Rieslingsekt vom Meißner Weingut Schloss Proschwitz mit einem Schuss Quitten- bzw. Meißner Himbeerlikör ebenfalls von da) anstießen, fiel der Alltag von uns ab.

Dem Aperitif folgte als Vorspeise ein Forellentartar an Wildkräutersalat, Hähnchenbrust mit Zucchinischiffchen plus Schupfnudeln als Hauptgang und wurde mit einem Schokoladen Parfait an Mascarponecreme und Mango-Kaviar zum Niederknien gekrönt. Echt! Als Sous-Chef Florian Schneider an unserem Tisch vorbeikam, mussten wir erst mal ein dickes „Schmeckt super!“ loswerden.

Danach haben wir uns noch richtig verquatscht. Is halt so ne Journalistenkrankheit, dass ich gerne wissen möchte, woher derjenige kommt, mit dem ich gerade spreche. In seinem Falle aus der Nähe von Wien. Wien! Ich mag Österreich und vor allem die Gegend um Wien. Bei Menschen, die in der Gastro arbeiten, fasziniert mich außerdem immer, wo die überall schon rumgekommen sind. Florian hat schon in Bayern und Hamburg gearbeitet. Seit einiger Zeit lebt er nun in Meißen.

An unserem Menü fand ich übrigens den Mango-Kaviar am dollsten, so was hab ich zuvor noch nie gegessen. Kommt wohl aus der Molekularküche – tolle Optik, toller Geschmack!

Wer gucken will, wie und womit man das zu Hause hinbekommt, hier hab ich ein niedliches Tutorial gefunden.

Im Parkhotel Meißen und dem dazugehörigen Restaurant Ohm’s setzt das Team um Küchenchef Christian Voß auf regionale Lebensmittel. Darunter ist Fleisch vom Meißner Landschwein, eine alte Tierart, die nun wieder in der Region gezüchtet wird. Außerdem trinkt Ihr im Ohm’s Bier aus der Privatbrauerei Meißner Schwerter. Solltet Ihr solch einen ausgemachten Honig-Flitz wie ich haben, probiert auf jeden Fall beim Frühstück die verschiedenen Honigsorten, die stammen auch aus der Region. Hier findet Ihr eine Übersicht, welche Köstlichkeiten es in der Meißner Region sonst noch so gibt.

Das Hotel: Wohnen with a view

Bevor Sandra Freitagabend ankam, hatte ich schon Zeit, am Nachmittag mit Sales Managerin Julia Labs eine Führung durchs Hotel zu machen und hab gelernt, dass das Herzstück des Parkhotels Meißen die Jugendstilvilla des Unternehmers Dr. Felix Ohm ist – Ihr seht sie hier rechts im Bild.

Foto: Parkhotel Meißen

Ohm war Chemiker und stellte wetterfeste keramische Farben her mit denen man Kacheln oder Ziegel färben konnte. Offensichtlich muss er ein Händchen und Verständnis für PR und Marketing gehabt haben: Quasi zu Werbezwecken ließ er sein Wohnhaus mit der knallbunten Baukeramik aus seiner Firma schmücken. Das war damals ein echter Hingucker und ist es auch heute noch. Und verrückt, seine farbenfrohe Baukeramik überdauerte auch die Nazi- und die DDR-Zeit. Bis sie ein Hotel mit Knallerblick auf die Albrechtsburg und die Elbe wurde, war die Ohmsche Villa (1870 erbaut) Privathaus, Kommandantur der sowjetischen Besatzungsmacht 1945, Volkspolizei-Kreisamt und Gästehaus für die DDR-Bonzen. Nach der Wende wurde die Villa umgebaut, saniert und zum Hotel umfunktioniert.

Blick aus dem Hotelfenster

Jüngste Errungenschaft des Parkhotel Meißen ist der herrliche Wellness-Bereich: das Verduta Spa.

Das Spa: Wellness with a view

Schon bei unserem ersten Besuch war ich fasziniert von der herrlichen Aussicht aus dem Spa-Bereich. Da das Hotel direkt gegenüber der Burg an der Elbe liegt, ist der Blick einfach sensationell. Im Herbst aus der Sauna – oder jetzt im Frühling von der Sonnenterrasse. Sandra und ich haben ein Wellness-Schnupperpaket ausprobiert. Darin enthalten waren Anwendungen, die wir am Samstagvormittag in aller Ruhe genossen haben.

Die Region: Ach, mein Elbtal!

Als wir zu Ende gewellnesst hatten, haben wir uns in unsere Sommerklamotten geschmissen (die ich seither kein einziges Mal wieder angehabt habe – heul!) und sind zum Lipp’schen Guthaus gefahren, das ist ein Gästehaus, was zum Weingut gehört. Mittagessen konnten wir dort leider nicht, weil das Restaurant geschlossen war – was weder auf Facebook noch auf der Homepage stand… Mannomann, dafür gibt’s diese Kanäle doch! Also sind wir mit in-den-Kniekehlen-hängenden-Mägen weiter ins „Zuessenhaus“ gelaufen und haben dort den ersten sächsischen Spargel genossen. Hmmm! Mit Blick auf die Elbe übrigens, denn das Gasthaus liegt sehr malerisch am Elbaradweg. In den Instagram-Stories hab ich Euch dit Janze gezeigt. Falls Euch so was interessiert, folgt mir gern. Ich finde die Kurzfilmchen ne prima Variante, von einer Reise oder Veranstaltung zu berichten, dafür nutze ich die Insta-Stories inzwischen gern. Ok, wo waren wir? Ach ja, beim Essen, logo, und bei der Elbe.

Foto: Sylvio Dittrich 

Überhaupt ist mir beim Wandern durch das Sächsische Elbland so richtig das Herz aufgegangen. Denn seit langem war ich ja mal wieder – zumindest so grob – etwas länger in meiner Heimat. Als alte Dresdnerin zähle ich Meißen und das Meißner Land jetzt einfach mal zum Großraum Dresden. Die frühlingsfrischen Elbhänge, die kleinen knuddeligen Weindörfer, das ist echt schön. Conni hat ja im vergangenen Jahr eine Radtour an der Elbe gemacht, daran musste ich denken als ich die vielen Radler sah.

Nach dem späten Mittagessen „aufm Dorf“ sind wir dann weitergezogen nach Meißen, sind durch die kleinen Gassen gelaufen und bis rauf zum Dom gestiefelt. Gehört natürlich dazu, wenn man in Meißen ist. Der Blick ist wirklich atemberaubend von da oben auf das Elbtal, probiert es mal aus.

Am Abend haben wir uns dann noch bissel Kultur gegeben und waren zur „Langen Nacht der Theater“ in Dresden und Umgebung – an den Landesbühnen Sachsen.

Und zackedibumm war es Sonntagmorgen und wir sind nach einem leckeren Frühstück und kleinem Abschlussspaziergang aufgetankt mit Ruhe und gleichzeitig mit Energie wieder nach Hause gefahren.

Dit war schön gewesen!

 

Auf einen Blick

Was: Parkhotel Meißen

Wo: Hafenstrasse 27 – 31, 01662 Meißen

Das Besondere: Restaurant Ohm’s und Spa-Bereich mit Knaller-Blick

Geeignet für: Ein Pärchen-Wochenende oder eine Mädelzzzauszeit

 

Tansparenzhinweis: Das Parkhotel Meißen hat die Kosten für unseren Aufenthalt übernommen. Das beeinflusst jedoch nicht meine ehrliche Meinung, denn die ist nicht käuflich. Danke an das Hotel-Team für den schönen Aufenthalt sowie die angenehme und professionelle Zusammenarbeit!

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