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Fernweh mit Zitronentarte.

Geschmäcke und Gerüche haben die tolle Eigenschaft, dass sie uns in Bruchteilen von Sekunden in die Vergangenheit reisen lassen können. Mich beamt der Duft von Milchreis mit Zucker und Zimt und von frisch gemähtem Rasen in meine Kindheit, der Geschmack von Zitronentarte = Lemonpie nach Cambridge (England), wo ich vor Jahren drei herrliche Monate verlebt habe. „Fernweh“ ist das Juni-Thema von #ichbacksmir, der monatlichen Blogparade von Clara von Tastesheriff.

Es geht um gebackene (Urlaubs)Erinnerungen. Bei mir ist es eine Erinnerung an eine Auszeit – ein Vierteljahr in Cambridge. Ist echt schon ne Weile her, fast 20 Jahre, dennoch habe ich den Geschmack so präsent, als wäre ich gestern erst wiedergekommen. Ich hatte damals ein Stipendium für einen Sprachkurs bekommen und habe drei tolle Monate in England gelebt – zusammen mit Jugendlichen aus der ganzen Welt. Gewohnt habe ich bei einer jungen Familie, Peter und Bridget und ihrer Tochter Josie. Die hatten so ein typisches kleines englisches Reihenhaus etwas außerhalb von Cambridge. Ich wurde als viertes Familienmitglied voll integriert und lecker bekocht, denn Bridget war/ist eine talentierte Köchin. …Zehn Kilo habe ich damals zugelegt, fragt nicht… Am allerallermeisten habe ich ihre Zitronentare = Lemonpie geliebt.

Der Geschmack von Zitronentarte (Lemonpie) hat für mich ganz viel mit Unbeschwertsein, Freiheit, Lernen und Menschen aus aller Welt zu tun. Denn nach anfänglichen Schwierigkeiten, weil ich zuerst kaum Englisch sprach – ich hatte in der Schule nur Russisch und Französisch – hatte ich eine irre schöne Zeit. Ich habe Leute aus allen Ecken der Welt kennengelernt, wir haben viel gefeiert und viel erlebt. Gegen Ende der drei Monate habe ich mir eine Woche freigenommen und bin mit zwei Jungs aus meiner Klasse – einem Japaner und einem Türken – nach Schottland gereist. War toll.

Zitronentarte I lemonpie I www.schoenesleben.net

Die etwas abgewandelte Form der Zitronentarte habe ich nun mal wieder gebacken – und es hat (fast) so gut wie damals geschmeckt. Achtung: Premiere auf dem Blog! Sonst gehts hier ja immer sehr fix und zackig zu… Das hier macht ein wenig mehr Arbeit. Doch es lohnt sich, glaubt mir. 🙂

Zitronentarte I lemonpie / www.schoenesleben.net

So geht der Boden der Zitronentarte

(Menge ist ausreichend für zwei Böden, einen habe ich eingefroren.)

  • 250 gr Butter
  • 200 gr Puderzucker
  • 250 gr Mehl
  • 1 ordentliche Prise Meersalz
  • 4 Eigelbe
  • 4 EL kalte Milch
  • abgeriebene Zitronenschale

Butter, Zucker und Salz cremig rühren, Mehl, Eier und Milch dazugeben und zu einem glatten Mürbeteig verketen. Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Danach die Menge teilen und in zwei Backformen drücken.12 Minuten bei 180° backen bis der Boden leichte Farbe annimmt. Mit Eiweis bepinseln, das versiegelt den Boden, damit er nicht durchweicht.

So geht die Füllung der Zitronentarte

(ausreichend für eine Tarte – bei mir war es sogar etwas zu viel – Überlauf-Alarmr!

  • 340 gr feinen Zucker
  • 8 Bioeier
  • 350 ml Schlagsahne
  • 200 ml Limettensaft
  • 100 ml Zitronensaft

Zucker und Eier aufschlagen, dann langsam Sahne und Zitronen- plus Limettensaft dazugeben und gut durchmixen. Danach die Füllung (Vorsicht! Blech langsam zurück in den Ofen schieben!! Auch dieses Mal isses mir wieder in den Herd geschwappst…) in die Tarteform geben und nochmals für 40-45 Minuten bei 180 ° backen, bis die Füllung in der Mitte noch leicht schwabbelig ist. Unbedingt auskühlen lassen, sonst lässt sich die Zitronentarte nicht schneiden und alles klebt am Messer.

Ich habe das Ganze dann mit Erdbeeren dekoriert und fand das megalecker.

Zitronentarte I lemonpie Iwww.schoenesleben.net Zitronentarte I lemonpie I www.schoenesleben.net

 

Welcher Geschmack lässt bei Euch das Fernweh rumoren??

Ich wünsch‘ Euch einen tollen Sonntag, LG Anja

 

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6 Kommentare

  1. Liebe Anja,

    ich sehe es ähnlich wie du: mich erinnern die Zimtschnecken, die ich gebacken habe, auch an Skandinavien und meine Zeit in Bergen (ich habe dort studiert).. Gerüche sind schon was feines. Und das deine Lemontarte lecker ist – daran habe ich keinen Zweifel.

    Genieße deinen Sonntag,
    alles Liebe,
    Doro

    • Anja sagt

      Liebe Doro,
      oooohhh, schon bei dem Wort Zimtschnecken bekomme ich Appetit und habe den Duft in der Nase… Mich erinnert es an einen sehr schönen Dänemark-Urlaub.
      Hab mich über Deinen Kommentar gefreut.
      Bis bald mal wieder, LG Anja

  2. Also dass die Arbeitszeit sehr gut investiert ist, das glaub ich dir sofort! Der Kuchen sieht wahnsinnig gut aus!!! Ich hab zum Thema Fernweh einen Shepherd´s Pie gebacken. 😉 Den kann ich allerdings auch sehr empfehlen!
    Liebe Grüße!

    • Anja sagt

      Liebe Ina,
      da Kartoffelbrei hier eigentlich immer geht, werde ich Deinen Sheperd’s Pie mal ausprobieren. Bin natürlich gleich mal auf Euern Blog geschnippst! Finde ich ja cool, dass das ein Drei-Schwestern-Projekt ist!! Wer hat eigentlich das schwere, schwere Los, die Älteste zu sein :-)?! Du?! (Bin auch eine ältere Schwester, die alles vorkämpfen musste…)
      Bis bald mal wieder!

      Herzliche Grüße von Anja

  3. barbara sagt

    Ich habe heute deine Tarte nachgebacken und freue mich schon sehr aufs Probieren. Im Moment darf sie sich im Kühlschrank ausruhen und abkühlen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass du beim Rezept die Mehlangabe vergessen hast (oder bin ich einfach nur blind??). Ich habe lediglich die Teigmenge für einen Boden gebacken und 250g Mehl genommen. Das hat gut funktioniert und einen schönen Teig ergeben.

    Liebe Grüße
    barbara

    • Liebe Barbara,
      Du hast recht, hatte ich doch glatt das Mehl unterschlagen (eben ergänzt). Es müssen 250 gr sein, so wie Du es gemacht hast. Dann hoffe ich, dass die tarte schmeckt!! Da hätt‘ ich jetzt auch voll Appetit drauf 🙂
      LG Anja

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