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Zu Besuch beim Lerchenbäcker in Leipzig

Nachmittags halb 4 in Leipzig: Es muss was Süßes her! Jetzt!! Auf der Stelle!!! Bei mir werden es heute Lerchen. Ein Leipziger Mini-Küchlein, das das Zuckerreservoir im Körper augenblicklich wieder auffüllt. Und ein Geschenk frisch aus der Backstube.

Lerchen_verpackt

Ich liebe es, beim Bäcker einkaufen zu gehen. Vielleicht, weil es auch irgendwie etwas mit Kindheit zu tun hat: Vom Märchennachmittag „Zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenne ich …!“ bis hin zum all-sonnabendlichen Anstehen nach frischen Brötchen und dem Duft, der sich dabei unnachgiebig in meine Nase gebohrt hat.

Jetzt durfte ich also mal hinter die Kulissen dieses Duftes schauen. Klar, da gibt’s mittlerweile moderne Maschinen und Know-how, das nur wenig mit Kindheitserinnerungen zu tun hat. Aber eben mehr oder weniger versteckt auch ein Gruß aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts. Denn genau aus dieser Zeit stammt die Handwerksbäckerei Kleinert in der Lützner Straße.

 

Klein ist es dort und eng. Und überall Wagen mit Blechen, Formen und Teig. Auch meine Lerchen lagen da. Vorbereitet für den großen Augenblick, in dem es in den Ofen geht.

Lerchen_Blech

Die süßen Lerchen aus Leipzig haben tatsächlich etwas mit den gleichnamigen Singvögeln zu tun. Die galten vor rund 150 Jahren hier mal als Leckerei und wurden mirnichtsdirnichts verputzt. Zu Tausenden, zu Hunderttausenden. Einfach so. Und irgendwann gab es dann keine mehr. Bis der gute alte Sachsenkönig auf den Tisch gehauen und das Lerchen-Jagen verboten hat. Und dann kam ein Bäcker des Weges und hatte die brillante Idee, einfach ein Backwerk zu kreieren. Nach dem Motto: Wenn wir sie nicht mehr kochen dürfen, dann backen wir uns eben Lerchen.

LerchenimSchaufenster

Form und Aussehen der süßen Marzipan-Küchlein sollen heute noch an die gekochten Lerchen erinnern. Das Kreuz obendrauf soll den Faden darstellen, mit dem die Vögel zugebunden wurden. Drin ist ein Klecks Marmelade – das Blut. Naja, vorstellen mag ich mir das nicht so recht. Lieber einfach drauflos essen. Am besten mit einer guten Freundin, das ist besser für die Passform der Jeans 😉

Lerche_Kaffeetisch

 

 

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